MusicNews

Review: Dub FX “THINKING CLEAR”

DUB FX 'THINKING CLEAR'

Dub FX alias Benjamin Stanford, der australische Beatboxer und Live-Loop-Künstler, zählt in Sachen Freestyle und Beatbox-Skills längst zu den ganz Großen. Für sein drittes Studioalbum „THINKING CLEAR“, welches letztes Jahr im August auf seinem Label ‘Convoy Unlimited’ erschien, arbeitete er erstmalig mit verschiedenen Gastmusikern zusammen und erreichte damit eine ganz neue Dimension.

Bereits 2009 erreichte er mit „Love somenone“ auf YouTube seinen Durchbruch und so wurde aus dem bisher eher unbekannten Streetartist ein international gefragter Beatboxer. Die Musik von Dub FX passt definitiv in keine Schublade, doch sie ist immer tanzbar und einzigartig. Mal Beatbox, mal Stimme, doch immer unterlegt mit jeder Menge Bass, die Stanford durch seine Effekt-Pedalen verfremdet und damit vielseitige einzigartige Sounds erzeugt. Ob Hip Hop, Trip Hop, Drum’n’Bass, Dub Step, Reggae oder Jungle – Dub FX versteht seine Kunst und erschafft als einer der ersten Loopkünstler überhaupt seinen ganz eigenen individuellen Sound.

Sein neues Album „THINKING CLEAR“ wurde in seinen eigenen “Treetop Studios” Mitten in der Natur von Melbourne aufgenommen, und dieses Spirit spiegelt sich auch auf den Tracks wieder. Spirituell, politisch und sozial, mit schönen Instrumentals und jeder Menge Bass sowie der unverwechselbaren Stimme von Dub FX.

Schon der erste Track „Birds and Bees“ nimmt den Hörer mit auf eine Reise. Nach anfänglichem zarten Vogelgezwitscher ertönen auch schon die ersten Vocals „Its a good night for the birds and the bees. Do you see the sunlight coming through the trees?“ Stanford hätte sich keinen besseren Track als Intro aussuchen können. So zart wie dieser Track beginnt, so basslastig entwickelt er sich weiter. Bis es letztlich keinen Zweifel gibt, dass dieses Album bestimmt genauso gut ist, wie man es von Dub FX halt kennt, wenn nicht sogar noch besser.

Abwechselnd zwischen schnellen deepen Tracks und Reggaesounds sowie einer Prise Soul ist dieses Album aber auch sehr tiefgründig. So appeliert Stanford in seinem Track „Fake Paradise“ z.B. an das menschliche Bewusstsein, das dritte Auge. In Zeiten der Verblendung scheint es um so wichtiger, dass wir ein Bewusstsein im Umgang mit Konsum und Medien entwickeln und auch mal hinter die Kulissen blicken. Das Video dazu ist übrigens auch sehr gelungen:

DUB FX liebt es, einen Remix eines Songs innerhalb des gleichen Songs zu bringen. So beginnen manche Songs als Reggae- oder Soultunes und enden bei Jungle oder HipHop. Ein insgesamt sehr interessantes Album.

Dub FX – THINKING CLEAR [ VÖ: 26.08.2016 ]

Label: Convoy Unlimited

Formate: CD / 2 x 12“ / Digital

Styles: Reggae / Dubstep / Drum’n’Bass / Soul